Fit ohne Ende – gesund ins Grab?

eine empfehlung

http://www.med.uni-magdeburg.de/jkmg/wp-content/uploads/2013/03/JKMG_Band46_Kapitel07_vanDyk_Graefe.pdf

der artikel von silke van dyk und stefanie graf hält, was der titel verspricht. hier wird kritisch analysiert, was als „erfolgreiches altern“ propagiert wird. und auch die kehrseite wird beleuchtet: wie wir beim altern, bzw. an den propagierten ansprüchen scheitern.

verhandelt werden entwicklungen in der gerontologie und ihre politischen verwertungen – ihre einbettung in die wellness- und fitnessgesellschaft ebenso wie erweiterungen des gesundheitsbegriffs. da geht es von der viel geforderten aktivierung bis zur sattsam bekannten formel, wonach prävention (also das training für ein gesundes altern ) nicht früh genug beginnen kann …

es geht natürlich nicht darum, die alten sichten auf altern als defizit wieder zu beleben!

wissenschaft kann gescheit und vergnüglich zugleich sein!

„Probleme entstehen aber keineswegs nur für diejenigen, die dem neuen Leitbild nicht entsprechen können – sei es aus finanziellen oder geschlechtsspezifischen Gründen oder weil sie pflegebedürftig sind. Auch (und womöglich gerade) diejenigen, die – aus welchen Gründen auch immer – nicht wollen, die, obwohl über finanzielle, körperliche und mentale Ressourcen verfügend, ihren Lebensabend rauchend (vor allem) vor dem Fernseher verbringen, werden zukünftig womöglich zu pflichtvergessenen, verantwortungslosen Subjekten erklärt.[..] Es ist zum jetzigen Zeitpunkt nur zu erahnen, dass Widerständigkeit unter diesen Bedingungen einen neuen Klang bekommen wird, in dem auch Marlboros und RTL zu vernehmen sein könnten.“ (ebd. 113f)