wehe, du bist nicht rechtzeitig „immobilienwirtschaftlich aktiv“

es tut sich soo viel in sachen generationenwohnen –

wir sind hin- und hergerissen zwischen den tollen angeboten.

aber die sache hat ein paar haken:

selbstorganisiertes wohnen im alter ist ganz schön aufwändig. 3 bis 4 jahre etwa dauert das planungsengagement bei baugruppen, bis eine einziehen kann. viele besprechungen, gruppendynamische herausforderungen, konflikte auch… letztlich scheint hinter dem angebot der partizipation eine ganze menge mitarbeitsdruck zu stehen.

wären bauen und wohnen unser vorrangiges interesse, wären wir wohl architekt*innen, küchenplaner*innen oder ähnl. geworden. sind wir aber nicht. nun sollen wir uns intensiv damit befassen? lebenslanges lernen? manche haben andere pläne und wünsche für den ruhestand.

ruhestand? ein verpöntes wort. tatsache ist, dass viele von uns nicht mehr so fit sind wie mit 30 und / oder einfach andere aktivitäten fokussieren wollen.

SUCHEN WIR ALSO NACH EINEM BEQUEMEREN WEG !

der markt ist groß! seniorInnen-wohngemeinschaften, generationenwohnen mit aktiver nachbarschaft, seniorenwohnungen mit sozialem stützpunkt im näheren umfeld…

tja, da hat man nun doch auch an zwitterjahre gedacht – als neues geschäftsfeld. seit man nämlich von 3. und 4. alter spricht, sind die einen „golden agers“ oder so – jedenfalls aktiv alternd – die anderen im 4. alter sind die, vor denen die pflegestatistiken warnen: passiv und voll zu versorgen.

nun also im dazwischen – nimmer ganz sicher im alleinwohnen und zu gesund für das heim. super bedarfsgerecht geben sich die hochglanzbroschüren. aber es bedeutet immer „mit betreuung“. selbstbestimmung geht schon mal den bach runter!

und es ist nur die erste altersübersiedlung. wenn du mehr betreuung brauchst, musst du wieder übersiedeln. so lang bis du im pflegeheim landest!

warum also nicht gleich in ein altersheim? wo die pflegestation wenigstens gleich im haus ist?

gute idee, aber die altersghettos haben zwar inzwischen klingende namen, trotzdem darfst du dir nicht einmal mehr eine eierspeis selber kochen. mindestens halbpension (in den privaten „seniorenunterkünften“) oder gleich vollverpflegung, wie in den wiener städtischen „häusern“. die vollversorgung bedeutet natürlich auch vollzahler*in zu werden, dh. es bleiben dir 20% deiner pension, da schaut’s schlecht aus mit der versorgung, wenn dir das kantinenessen nicht zusagt. gesellig essen gehen war einmal…

und das ist eine relativ neue entwicklung, denn vor ein paar jahren waren in den appartments immerhin kleine küchen eingerichtet. abgeschafft. zu gefährlich. sind ja alle verblödet, die alten, oder wie? und brandmelder – die auf jede zigarette reagieren – schaffen da auch keine sicherheit. von sonstigen techn. lösungen ganz zu schweigen…

aber dafür bekommst du animation gratis!

so schaut er aus, der eintritt ins „4. alter“. es ist keine eindeutige körperliche, keine psychisch-mentale grenze – vielmehr eine glasklare institutionelle!

nach einer besichtigung bringt es f auf den punkt

„ich hab mittlerweile einen heftigen zorn zugelassen, wie ‚selbstverständlich‘ mit strukturellen maßnahmen entmündigung praktiziert wird.“