frauen – altersarmut

ein beitrag von maria wölflingseder

 

Oft wird gesagt, die Gründe für Frauen-Altersarmut wären keine neuen. Es gibt sehr wohl neue Gründe, die nie oder selten genannt werden:

1. Das Pensionssystem wurde extrem verschlechtert: es werden nicht mehr die 15 „besten Jahre“ herangezogen!

2. Viele Menschen, die jetzt in Pension gehen, waren zuvor viele Jahre arbeitslos! (Seit 2005 wird zwar auch diese Zeit gerechnet, aber nur zu 70%.)
Gerade auch viele Geisteswissenschaftlerinnen und Kulturschaffende waren schon länger arbeitslos – oft auch vor 2005.

3. Viele Frauen stammen aus Osteuropa. Sie haben auch dort gearbeitet – bekommen von dort aber nur eine sehr geringe Pension. Auch Akademikerinnen bekommen kaum etwas.

4. Die sind Mieten exorbitant gestiegen – tw. auch in Altbauhauptmietwohnungen, die jemand schon seit 28 Jahren bewohnt.

  • Die Hälfte aller ca. 2,8 Millionen ASVG-Pensionisten bekommt weniger als rund 1100 Euro Pension (Jahr 2018)!
  • Ich bekomme 1070 Euro Pension und zahle in Wien für meine 2 Zi.-Wohnung (die auch als Schreibstube, Bibliothek, Archiv und Büro dient) mehr als doppelt so viel wie vor 28 Jahren – mit Strom und Gas 730 Euro. Es gibt keinen Anspruch auf Wohnbeihilfe! Auf eine Gemeindwohnung schon gar nicht! (Außerdem sind solche oft auch bereits teuer).
    Und auch geringfügiges Einkommen muss versteuert werden – da bleibt nicht viel übrig.
  • Es gibt viele, denen es ähnlich geht!

Zum Weiterlesen:

https://www.streifzuege.org/2018/totschweigen-2/
https://www.streifzuege.org/2018/multi-encephalonversagen/
https://www.streifzuege.org/2019/wir-habe-nichtse/
https://www.streifzuege.org/2017/ignoranz/

Alle meine Artikel über den Irrsinn und das Glück auf dieser Welt:
https://www.streifzuege.org/autorinnen/maria-woelflingseder/

Buchempfehlungen:

Irene Götz: Keine Ruhestand – Wie Frauen mit Altersarmut umgehen, 2019
Stefan Selke: Schamland – Die Armut mitten unter uns, 2015
Karl Kollmann: Die neuen Biedermenschen, 2020